Der grosse Sommer
Der ehemalige Schwingerkönig Anton Sommer baut am liebsten seine Flaschen-Schiffchen und will ansonsten von der Welt in Ruhe gelassen werden. Leider lebt er aber nicht alleine in dem Haus auf dem Land, denn über ihm wohnt der 10-Jährige Hiro, zusammen mit seiner Grossmutter. Als diese plötzlich verstirbt, bittet der Junge den grummeligen Alten darum, ihn nach Japan zu begleiten. Dort möchte Hiro nämlich unbedingt eine Sumoschule besuchen. Als sich Sommer hartnäckig weigert, will ihm Hiro die Wohnung kündigen. Denn seine Grossmutter war die Eigentümerin des Hauses. Also machen sich die beiden Sturköpfe gemeinsam auf den Weg.
Mit Mathias Gnädinger hat die Schweiz im April des vergangenen Jahres einen ihrer grossen Film- und Theaterschauspieler verloren. Für den Film, der ursprünglich «Sumotori», zu Deutsch: Sumo-Ringer hiess, spannte Gnädinger seine Familie mit ein: Sohn Gilles spielte Sommer als jungen Mann, seine Frau Ursula arbeitete in der Maske. Auch in seiner letzten Rolle als knorriger Einzelgänger kann er überzeugen, ebenso wie sein junger Sidekick Loïc Sho Güntensperger in dessen allerersten Rolle. Natürlich kann man sich auch am Umgang mit den rassistischen Klischees stören, denn der Film räumt weder mit Vorurteilen auf, noch liefert er eine ernstzunehmende Wandlung der Hauptfigur. Doch Humor ist eben immer Ansichtssache und als Feelgood-Movie, das nicht mehr und nicht weniger sein will, funktioniert «Der grosse Sommer».
Sarah Stutte, Filmjournalistin
sarah.stutte@medientipp.ch
«Der grosse Sommer»,Schweiz/Japan 2015, Regie: Stefan Jäger, Besetzung: Mathias Gnädinger, Loïc Sho Güntensperger, Monica Gubser; Verleih: Impuls Pictures AG, Internet: http://www.img.biz; Filmwebsite: http://www.dergrossesommer.ch
Kinostart: 28. Januar 2016 – aktuell gratis zum Streamen auf playsuisse
