Delikatessen. Leto

Leningrad in den 1980er-Jahren. In der Sowjetunion sind die Freiräume für junge Erwachsene eng, jeder Widerstand gegen die herrschenden Zustände wird unterdrückt. Die Möglichkeit, sich auszudrücken bietet allenfalls die Rock-Szene. Der Frontsänger Mike Naumenko (Roman Bilyk) von Zoopark geht mit seinen Texten allerding immer nur so weit, wie es das System gerade noch zulässt. Rebellion ist nicht wirklich sein Ding. Verheiratet ist er mit der schönen Natalia (Irina Starshenbaum) und als Vater eines kleinen Kindes pflegt er einen bodenständigen Lebensstil. Als er mit Entourage einen Sommertag am Strand verbringt, schliesst sich ihnen der junge Sänger Viktor Tsoi (Teo Yoo) an. Als dieser am Abend seine Lieder spielt, sind Mike und die anderen begeistert. Im Grunde könnte alles bestens laufen, hätte sich Viktor nicht in Mikes Frau Natalia verguckt. In «Leto» (RU 2018) beschwört der russische Regisseur Kirill Serebrennikov das Leningrad der 1980er-Jahre und eine Jugend zwischen Aufbruch und Resignation