David Wants to Fly
Vom «Yogischen Fliegen» hat schon fast jeder einmal gehört. Meistens wird belächelt, wie die Anhänger der Transzendentalen Meditation (TM) um den Weltfrieden besorgt sind. Wie es generell um diese Bewegung bestellt ist, hat ein junger Filmemacher mehr oder weniger aus Versehen dokumentiert, als er sich von seinem grossen Vorbild David Lynch inspiriert auf die Meditation einliess. Mit jungenhafter Begeisterung nimmt er anfangs auch seltsam anmutende Riten auf sich. Doch als sich kritische Stimmen Gehör verschaffen, die Recherchen Widersprüche zutage bringen und letztlich Meisterregisseur Lynch relativ unsouverän abblockt, gerät die kreative Selbstfindung zu einer kritischen Dokumentation.
Es scheint, als ob die Transzendentale Meditation enorme Finanzen verschlingt und in ihrer Struktur undurchschaubar bleibt. Mit dem Gründer Maharishi Manesh Yogi, der mit den Beatles oder Clint Eastwood berühmte Anhänger hat, wird eine weitere schillernde Gestalt der Esoterikwelle des letzten Jahrhunderts ausgeleuchtet. Ähnlich wie bei Bhagwan scheinen sich meditative Konzentration auf das Wesentliche und Rolls-Royce nicht auszuschliessen. Der Film schlägt von Beginn an einen persönlichen, ja verspielten Ton an. Zuweilen gerät der Selbstversuch des David Sievekings in fatale Nähe zu einem Homevideo, zuletzt überzeugen aber Materialfülle und Montage des Films.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
«David Wants to Fly», Deutschland/Österreich/Schweiz 2010, Regie: David Sieveking, Dokumentarfilm mit David Sieveking, David Cronenberg u.a.; Verleih: Praesens-Film AG, http://www.praesens.com
Kinostart: 6. Mai 2010
