Das wandelnde Schloss (Howl’s Moving Castle)

Die 18-jährige Sophie arbeitet im Hutladen ihres verstorbenen Vaters. Weil sie den Zauberer Howl als Schutzgeist gewinnt, wird sie von der Hexe aus dem Niemandsland mit einem schlimmen Fluch belegt. Über Nacht wird sie 90-jährig und verlässt beschämt das Elternhaus. Auf wundersame Weise findet sie den Weg in das wandelnde Schloss, dem mobilen Domizil des Zauberers Howl. Calcifer, der Dämon des Feuers, lebt hier und treibt das wandelnde Schloss, ein mechanisch dröhnendes Monstrum auf Eisenstelzen, vorwärts. Howl ist mächtig, aber auch er hat seine Feinde. Sophie kann sich Howl wegen des Fluches nicht erklären. Sie hofft auf einen Gegenzauber und weiss noch nicht, dass dieser in ihrer Liebe zu Howl verborgen liegt.

Die Erzählung, basierend auf einem Kinderbuch von Diana Wynne Jones, ist auf den ersten Blick weniger fremd als jene aus „Chihiros Reise ins Zauberland“, wo eine Tausendschaft von shintoistischen Göttern sich im Badehaus reinigen will. Doch auch hier sind die Gestaltungsprinzipien des japanischen Anime aus dem legendären Ghibli-Studio sichtbar: Fabelwesen in permanenter Metamorphose begegnen Menschen, die ihren Sinn für das Magische noch nicht verloren haben. Die fantastische Bilderwelt übt durch den Reichtum an Details eine unglaubliche Faszination aus. Die Filme sind moderne Märchen, die eine spirituelle Weltsicht eröffnen.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

„Das wandelnde Schloss“ (Howl’s Moving Castle), Japan 2004, Regie: Hayao Miyazaki, Animation: Takeshi Inamura, Kitaro Kosaka, Verleih: Frenetic Films, Internet: http://www.frenetic.ch, Filmwebsite: http://www.das-wandelnde-schloss.de/

Kinostart: 22. September

Verzeichnis der Filme aus dem Ghibli-Studi:
http://www.onlineghibli.com/films.php

Artikel von Charles Martig zum japanischen Anime:
film-dienst.kim-info.de/artikel.php?nr=151219&dest=frei&pos=artikel