Das Universum des Hermann Nitsch

Hermann Nitsch zählt zu den international bekanntesten und in Österreich auch zu den umstrittensten Künstlern. Maria Seifert thematisiert in ihrem Dokumentarfilm die Bedeutung von Nitsch für die zeitgenössische Kunst in Österreich und Europa. Es gibt wohl kaum einen Akteur aus der österreichischen Kunstszene, der einen so umfassenden Ansatz verfolgt wie der Mitbegründer des Wiener Aktionismus. Gemälde und Musik, Körper und Innereien, Weltliches wie Religiöses: Nitsch verbindet diese oft gegensätzlich erscheinenden Aspekte wie kein Zweiter. Am 29. August 1938 in Wien geboren, war seine Kindheit gekennzeichnet von den Gräueln des Zweiten Weltkrieges. Schon bald nach seiner Ausbildung sorgte er mit ersten Aktionen für Aufsehen, verwendete nach roter Farbe immer öfter Blut oder Gedärme und war erfüllt vom Vorhaben eines Sechs-Tage-Spiels, das für Akteure wie Betrachter zur Ganzkörpererfahrung werden sollte. Mit dem «Orgien-Mysterien-Theater» setzte er diesen Anspruch 1998 auf seinem Schloss Prinzendorf um