Das Gebet

Der Atomunfall in Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 im ukrainischen Lenin-Kernkraftwerk. 18 Tage sollte es dauern, bis der glühende Reaktor gelöscht war. Rund 600’000 Arbeiter kamen als «Liquidatoren» aus der Ukraine, aus Weissrussland, Lettland, Litauen und Russland, um die umliegenden Gebiete zu dekontaminieren und von den verstrahlten Trümmern zu befreien. 60’000 von ihnen starben unmittelbar nach dem Einsatz, knapp 200’000 trugen lebenslange Krankheiten davon. In ihrem Buch «Tschernobyl: Eine Chronik der Zukunft» lässt die nobelpreisgekrönte weissrussische Journalistin und Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch viele Zeugen des Geschehens und Betroffene zu Wort kommen. Diese Berichte hat sie literarisch verarbeitet. In seinem Film «Das Gebet» hat der luxemburgische Filmemacher Pol Cruchten diese Texte nun zu eindringlichen und psychologischen Porträts verdichtet