Dancing Arabs

Eran Riklis ist ein Meister des Inszenierens von Kulturkonflikten. Wie bereits in früheren Werken geht er das Spannungsfeld zwischen Israeli und Palästinensern mit viel Wärme und Engagement an, vergisst aber dabei nicht, dass ein gutes Drama auch eine gewisse Leichtigkeit braucht. Deshalb erzählt er von Jugendlichen, die im gleichen Land leben, aber aus völlig verschiedenen Lebenswirklichkeiten kommen. Eyad wird als erster Palästinenser von einer jüdischen Elite-Schule in Jerusalem angenommen. Sein Vater ist stolz, doch Eyad muss sein Zuhause verlassen. Zunächst fällt es ihm nicht leicht, Anschluss zu finden. Seine Sprache verrät ihn als Palästinenser, sein Auftritt ist unsicher. Bald aber lernt er den kranken Yonatan und dessen Mutter kennen. Zwischen ihm und der jüdischen Familie entsteht eine ganz besondere Freundschaft. Eyads Leben nimmt eine radikale Wende, als er die schöne Jüdin Naomi kennenlernt und sie sich ineinander verlieben. Auf seiner Suche nach Zugehörigkeit und einem besseren Leben erkennt der zwischen zwei Welten pendelnde Eyad, dass er eine Entscheidung treffen muss. Sein Leben wird dadurch für immer verändert.

Eran Riklis inszeniert diesen Grenzgang zwischen den Kulturen als bewegendes Drama, aber auch mit Humor. Damit findet er die Balance, die einen guten Film ausmacht. Mit «Dancing Arabs» gelingt ihm ein überzeugender Zugang zur zerrissenen israelischen Gesellschaft.

Charles Martig, Filmjournalist Katholisches Medienzentrum
charles.martig@kath.ch

«Dancing Arabs», Israel 2014, 105 Minuten, Regie: Eran Riklis, Besetzung: Tawfeek Barhom, Michael Moshonov, Yaël Abecassis, Ali Suliman, Laëtitia Eïdo; Verleih: Filmcoopi, http://www.filmcoopi.ch

Kinostart: 5. März 2015