Damen und Herren ab 65
Eine Kleinanzeige hat ihr Leben verändert: Das Leben von 25 Damen und Herren im Pensionsalter, die zum Vortanzen gingen, ohne zu wissen, auf was sie sich einlassen. Nach einem Jahr harter Probenarbeit wurden sie in Wuppertal auf der Bühne gefeiert, in einer Neuinszenierung des Tanztheaterstückes «Kontakthof». Dieses hatte die berühmte Choreographin Pina Bausch mit Profitänzern 1978 uraufgeführt. Nun also wird es von betagten Laien getanzt und ist ungemein erfolgreich: Seit vier Jahren geht die illustre Truppe aus Wuppertal auf Tournee in ganz Europa.
Die Dokumentarfilmerin Lilo Mangelsdorff hat die Seniorinnen und Senioren beim Proben beobachtet und porträtiert. Daraus ist ein anregender Film entstanden, lebendig und berührend. Reife Personen kommen zusammen, um nochmals etwas ganz Neues zu lernen. Alle haben Lebenserfahrungen, die sie in ein Stück hineintragen, das von Beziehung und Beziehungslosigkeit, von Begehren und Abscheu handelt. Dabei sind nicht nur ihre Körper gefordert. So werden Gelenkschmerzen unwichtig, wenn es darum geht, durch Bewegung zu leben, den Körper exakt zu führen, Gedanken zu tanzen. Der Film begleitet die Beteiligten, wie sie sich mit dem Stück und mit sich selbst auseinander setzen. Ihnen beim Tanzen zuzusehen, hat etwas Beglückendes.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
«Damen und Herren ab 65», D 2002, Regie: Lilo Mangelsdorff, Besetzung: Beatrice Limonati, Hans Pop, Jo Ann Endicott, Verleih: Langjahr-Film GmbH, Internet: http://www.langjahr-film.ch
Die Kritik zum Film des Monats kann hier als pdf-Datei geladen werden:
