Cure – Das Leben einer Anderen

Dubrovnik 1993, ein Jahr nach dem Krieg. Die 14-jährige Linda ist mit ihrem Vater aus der Schweiz nach Kroatien zurückgekehrt. Auf einem Streifzug an eine abgelegene Klippe stürzt ihre neue beste Freundin Eta zu Tode. Linda sucht deren Mutter und Grossmutter auf und begegnet auch Etas Freund Ivo. Regisseurin Andrea Štaka erklärt: «Der Titel ‹Cure› ist zweideutig und soll es auch sein. Auf Kroatisch bedeutet Cure Mädels oder Gören und auf Englisch Heilung, Kur. Die junge Linda muss im Film zu sich selbst finden, in einer Fremde, die zugleich ihr Zuhause ist, und sie eignet sich auf ihrem Weg zunächst das Leben einer anderen an».

Inspiriert von einer wahren Begebenheit reflektiert die Regisseurin eigene Kindheitserlebnisse in ihrer zweiten Heimatstadt Dubrovnik. Eine intensive Hassliebe verbinde sie mit diesem Ort, dessen Schönheit sie fasziniere und dessen ereignisreiche politische Geschichte sie immer wieder umtreibe. Der Film zeigt, wie schwierig und zerreissend Lindas Identitätssuche ist – insbesondere in der Rolle einer anderen. Die Kamera bleibt stets nahe bei der Hauptdarstellerin und versucht anzudeuten, mit welchen Spannungen deren Seele ringt. So ist alles andere als ein Wohlfühlfilm entstanden. Die anstrengende Geschichte, die nicht fertig ist und nicht fertig sein kann, fordert heraus und lässt doch Raum für eine hoffnungsvolle Zukunft.

Thomas Schüpbach, Pfarrer ref. Kirchgemeinde Zürich-Sihlfeld*
pfarramt@sihlfeld.ch

«Cure – Das Leben einer Anderen», Schweiz, Kroatien, Bosnien-Herzegowina 2014, Regie: Andrea Štaka; Besetzung: Sylvie Marinković, Lucia Radulović, Mirjana Karanović; Verleih: Pathé Films AG, Filmwebsite: http://www.cure-film.com

Kinostart: 23. Oktober 2014

*Thomas Schüpbach ist Mitglied im reformierten Arbeitskreis Kirche und Film. In loser Folge schreiben Pfarrpersonen und kirchliche Mitarbeitende aus dem Arbeitskreis Filmtipps.


«Kinokultur in der Schule» bietet kostenloses Unterrichtsmaterial für «Cure – Das Leben einer Anderen» an und empfiehlt den Film für die Sekundarstufe 1 und 2