Cittadini del mondo

Drei liebenswürdige Rentner hadern mit ihrem Alltag in Rom. Die selbst ernannten Weltenbürger hindert auch ihr Seniorenstatus nicht daran, ihr Glück im Ausland zu versuchen. Da sind keine Freunde mehr, die sie aufhalten; und dass ihre knappe Pension in vielen Ländern eine höhere Kaufkraft hat, erscheint verheissungsvoll. Das Trio belässt es nicht beim Wunschdenken, sondern macht sich eifrig an die konkrete Umsetzung des Auswanderungsprojekts. Es gilt, das passende Land zu erküren, die nötigen Formalitäten zu erledigen und genügend Startkapital zu beschaffen, damit ein neues Lebenskapitel im Ausland aufgeschlagen werden kann.

Gianni di Gregorio übernimmt in «Cittadini del mondo» gleich drei Aufgaben: Er führt Regie, zeichnet als Mitverfasser des Drehbuchs, und spielt eine der drei Hauptrollen. Das Resultat überzeugt auf allen Ebenen. Persönliche Schicksale und lokale Eigenheiten werden subtil entwickelt und münden letztlich in einen globalen Kontext. Die spezifischen Fragen und Lebensumstände der drei Senioren sind nicht auf ihre Biografie und ihre Stadt beschränkt, sondern könnten sich überall sonst auf ähnliche Weise ereignen. Der Film stimmt nachdenklich, indem er das Thema Auswanderung mit seinen Herausforderungen vielfältig beleuchtet und schliesslich auslotet, ob es vielleicht auch möglich ist, ein Weltenbürger zu sein, ohne die Wurzeln zur Heimat zu durchtrennen.

Thomas Schüpbach, Pfarrer ref. Kirchgemeinde Zürich und Mitglied bei Interfilm

«Cittadini del mondo»; Italien, Frankreich 2019; Regie: Gianni di Gregorio; Besetzung: Gianni di Gregorio, Ennio Fantastichini, Giorgio Colangeli; Verleih: Xenix Filmdistribution GmbH, http://www.xenixfilm.ch

Kinostart: 12.03.2020