„cinemafrica“ oder die Lust an bewegten Bildern

Zum achten Mal zeigt „cinemafrica“ in Zürich herausragende Werke des afrikanischen Filmschaffens. Ein Schwerpunkt ist dem Land Mali gewidmet sowie Arbeiten von Autorinnen und Autoren aus Ländern nördlich und südlich der Sahara. Zahlreiche Filmschaffende werden zu Gast sein.

Filme sind eine wunderbare Möglichkeit, den festgefahrenen Bildern im eigenen Kopf andere entgegen zu setzen – treffendere, überraschende, bewegte und bewegende Bilder. Der schwarze Kontinent besitzt einen reichen Schatz an filmischen Werken, die es allerdings nur selten in unsere Kinosäle schaffen. Diese Lücke füllt „cinemafrica“: Alle zwei Jahre im November werden in Zürich Filme aus Afrika gezeigt; ein Teil geht auch auf Tournee in weitere Städte (Bern, Liestal, St. Gallen, Thusis).

Kritik an Macht und Machtmissbrauch

Viele der rund dreissig eigens in die Schweiz importierten Filme setzen sich kritisch mit dem Alltag auseinander. Zum Beispiel „Faat-Kine“, das neuste Epos von Ousmane Sembene, dem 77-jährigen Altmeister aus Senegal. Die Protagonistin Faat-Kine ist eine resolute und erfolgreiche Geschäftsfrau mittleren Alters; die ihre beiden Kinder ohne Unterstützung der Väter grossgezogen hat. Diese kommen zurück, als der Sohn und die Tochter ihre erfolgreichen Schulabschlüsse feiern. Aber Faat-Kine will nichts mehr von den Vätern ihrer Kinder wissen, denn Männer bedeuten für sie nur noch eine schmerzliche Erinnerung.

Das Thema dieser Geschichte ist das Problem von Macht und Machtmissbrauch. Wie Faat-Kine sind Millionen von Afrikanerinnen die wahren Stützen der Gesellschaft. Sembene stellt sich klar auf ihre Seite und fordert, die Macht den Frauen und der Jugend abzutreten. Er tut dies typisch afrikanisch – etwas theatralisch, humorvoll, frech, provozierend und spannend.

Schwerpunkt der Afrika-Filmtage bildet dieses Jahr Mali mit wichtigen Werken der Filmgeschichte, mit aktuellen Dokumentar-, Kurzspielfilmen und Videoarbeiten. Eine Retrospektive ist Souleymande Cissé gewidmet, dessen berühmtestes Oeuvre „Yeelen“ geradezu Signalwirkung auf das ganze afrikanische Kino hatte. Die filmische Reise führt weiter nach Guinea, Südafrika, Tschad, Senegal, Kamerun, Burkina, Faso, Marokko, Niger und selbst nach Ruanda, das auch mit filmischen Mitteln versucht, die jüngste schreckliche Vergangenheit aufzuarbeiten.

Maya Doetzkies, Journalistin
doetzkies@bluewin.ch

Datum: 1. bis 8. November
Ort: Filmpodium Studio 4 Zürich
Information: cinemafrica, Hanna Diethelm, Filmpodium der Stadt Zürich, Postfach, 8022 Zürich, Telefon ++41 (0)1 216 30 28, Fax: ++41 (0)1 216 30 27,
E-Mail: cinemafrica@gmx.ch, Internet: http://www.cinemafrica.ch