CH:Filmszene. Aus der Küche ins Bundeshaus (De la cuisine au parlement)

Die Schweiz, sonst berühmt für ihre Pünktlichkeit, erweist sich im Fall Frauenstimmrecht als Weltmeisterin der Verspätung. Erst 1959 lanciert der Bundesrat erstmals landesweit eine Abstimmung über das Frauenstimmrecht. Der katholische Frauenbund widersetzte sich dem Frauenstimmrecht bis in die späten 50er Jahre. Die Enttäuschung ist riesig 67% stimmen Nein! Alle ländlichen und katholischen Kantone standen unter seinem Einfluss und stimmten Nein. Am 7. Februar 1971 gelang dann endlich der Durchbruch auf nationaler Ebene. Mit einer knappen Zwei-Drittel-Mehrheit stimmten die Männer dem Frauenstimmrecht zu. Von Neuerungen wollte das Appenzell nichts wissen. Erst 1989 nahm Ausserrhoden das kantonale Frauenstimmrecht an der Landsgemeinde an. Innerrhoden lehnte es auch 1990 noch ab. Im selben Jahr wurde Innerrhoden jedoch, gestützt auf den 1981 eingeführten Gleichstellungsartikel, vom Bundesgericht «gezwungen», die Frauen am politischen Geschehen teilnehmen zu lassen. Mit Witz und Ironie schildert der Regisseur Stéphan Goël den steinigen Weg zum Frauenstimmrecht in der Schweiz