Café Society
In der Spannung zwischen New York und Los Angeles, zwischen der Ost- und Westküste der USA, erzählt Woody Allen eine Parabel. Er situiert sie in der goldenden Zeit Hollywoods in den 1930er-Jahren, als Produzenten und grosse, erfolgreiche Studios die Welt des Kinos prägten. Der unerfahrene Bobby, aus einer jüdischen Familie New Yorks stammend, reist nach L.A., um bei seinem Onkel Phil, einem bekannten Filmproduzenten, einen Job zu finden. Hier verliebt sich Bobby in die Assistentin Veronica, die ausgerechnet auch noch eine geheime Liebschaft mit Onkel Phil pflegt.
Was auf den ersten Blick als Liebeskomödie im Dunst Hollywoods daherkommt, hat mehr zu bieten: eine liebevolle Figurenzeichnung, eine starke Kristen Stewart in der Rolle der Veronica, Seitenhiebe auf die jüdische Familienkultur im New York der 1930er-Jahre und einige kurze Einblicke ins Gangsterleben an der Ostküste. Woody Allen zeigt ein gepflegtes Spiel mit den Konventionen des Kinos und zitiert auch eigene Filme. Seine Faszination für das Lebensgefühl in New York ist ebenso präsent wie eine abgeklärte Ironie gegenüber seinen Figuren. «Café Society» ist eine Hommage an die jüdische Kultur amerikanischen Typs, die sowohl die Ost- als auch die Westküste geprägt hat. Obwohl kein Meisterwerk, erinnert dieser leichtfüssige Film an die Eleganz von «Manhattan» aus dem Jahr 1979, gerade wenn am Schluss die Melancholie als Kino-Atmosphäre beschworen wird.
Charles Martig, Filmjournalist Katholisches Medienzentrum
«Café Society», USA 2016, Regie: Woody Allen, Besetzung: Kristen Stewart, Jesse Eisenberg, Parker Posey; Verleih: Frenetic Films, Internet: http://www.frenetic.ch
Kinostart: 10. November 2016
