Buchtipps

Dieses Buch ist zweifellos eines der klügsten, das bislang zum Thema „Internet“ geschrieben wurde. Und weil Dieter E. Zimmer nicht nur denken, sondern auch schreiben kann, ist es zudem ein Lesevergnügen erster Güte, seinen Überlegungen zu folgen. Endlich jemand, der uns weder mit apokalyptischen Horrorszenarien vom Internet abhalten noch mit glorifizierten Heilsvisionen demselben zuzuführen versucht, sondern nüchtern aufzeigt, was dieses Medium leisten kann und vielleicht dereinst leisten wird und was nicht. Hätten alle selbst ernannten Internetprofis dieses Buch gelesen, die Diskussionen in Zug, Tram und anderswo wären nicht mehr ein Jahrmarkt des Halbwissens.
Dieter E. Zimmer: Die Bibliothek der Zukunft – Text und Schrift in den Zeiten des Internets. Hoffmann & Campe 2000. 331 Seiten. Fr. 36.10. ISBN 3-455-10421-5. (Erscheint August 2001 bei Ullstein als Taschenbuch ISBN 3-548-36283-4)

Etwas bieder wirkt dieser Ratgeber schon – keine Illustrationen, keine Kopiervorlagen für den Terminplaner und keine Flussdiagramme. Und gerade das hebt dieses Buch wohltuend von anderen Angeboten ab. Wer sich kurz und sachlich darüber informieren will, worauf man im Umgang mit Redaktionen zu achten hat, wie man seine Anliegen in die Medien trägt, und wie der jeweils adäquate Umgang mit verschiedenen Medien aussieht, der wird von Hansjörg Erny gut bedient. Hier ist ein Praktiker am Werk, der uns mit grossartigen Konzepten und Modellen verschont, dafür aber mit handfesten Tipps und nützlichen Einblicken in den alltäglichen journalistischen Kleinkram versorgt. Hansjörg Erny: Fit für die Medien – Ein praktischer Ratgeber.
Orell Füssli 1999. 180 Seiten. Fr. 49.00. ISBN 3-280-02618-0

Etwa drei Jahre lang hat Daniel Weber die Leser der Neuen Zürcher Zeitung NZZ mit Netzgeflüster versorgt. Seine Ausflüge ins Internet waren nicht nur leicht verständliche Kolumnenkost, sie boten auch Gelegenheit, das Internet von verschiedensten Seiten kennenzulernen. Es spricht für die Qualität der Kolumnen, dass sie heute fast ausnahmslos noch ebenso lesenswert sind, wie bei ihrem Erscheinen. Nicht zuletzt gerät dadurch auch der Mythos vom sich rasend schnell entwickelnden Internet ins Wanken, denn die Fragen rund um Suchmaschinen, Viren, Portale und Copyright-Gesetze sind dieselben geblieben. Wer also eine vergnügliche Einführung ins Internet sucht und von einem Führer geleitet werden möchte, dessen Blick über den Netzrand hinausgeht, der sollte sich von Daniel Weber etwas flüstern lassen.
Daniel Weber: „Netzgeflüster – Exkursionen ins Internet“ NZZ 1999. 204 Seiten. Fr. 38.00. ISBN 3-85823-761-2

Thomas Binotto