Broken Land
Die 3144 km lange Grenzlinie zwischen den USA und Mexiko verläuft vom Pazifik bis an die Golfküste und ist eine der weltweit am häufigsten überquerten Grenzen. Auf der Flucht vor dem alten und dem Wunsch nach einem besseren Leben, versuchen Jahr für Jahr tausende lateinamerikanische Migranten auf die andere Seite zu kommen. Jedes Jahr sterben dabei Hunderte von Menschen. Sie verdursten, ertrinken oder werden erschossen. Seitdem 2006 etwa 1100 Kilometer des Grenzzaunes durch eine Mauer verstärkt wurden, steigt die Zahl der Toten, da die Menschen mehr riskieren. Der Dokumentarfilm «Broken Land» bewegt sich auf dieser dünnen Linie zwischen Leben und Tod.
Er geht den Spuren dieser vielen Namenlosen nach, indem er sieben Amerikaner zu Wort kommen lässt, die im Schatten dieser Mauer und in deren Schutz leben. Alt-Hippies und Rancher, die helfen wollen und gegen die Militarisierung der Grenzzone sind, einen Anthropologen, der den unbekannten Toten in der Wüste eine Identität gibt. Aber auch ehemalige Grenzpolizisten, denen die Absperrung zu durchlässig ist, bis an die Zähne bewaffnete Privatmilizen, die Jagd auf Migranten machen und paranoide Patrioten, die die «Invasion» mit ihren Kameras festhalten. Sie alle verbindet die Angst von Grenzgängern überrollt zu werden, die sie nie zu Gesicht bekommen, deren Präsenz aber immer spürbar ist. Die USA als grösste Gated Community der Welt zu erleben, ist furchteinflössend und faszinierend zugleich.
Sarah Stutte, Filmjournalistin
sarah.stutte@medientipp.ch
«Broken Land», Schweiz 2014, Regie: Stéphanie Barbey, Luc Peter, Besetzung: Richard Hodges, Zack Taylor, Bruce Anderson, Verleih: Xenix Filmdistribution; http://www.xenixfilm.ch, Filmwebsite: http://www.brokenland.ch
Kinostart: 29. Januar 2015
