Brokeback Mountain
Ang Lee hat ein feines Gespür für die Konfliktlinien in der US-amerikanischen Gesellschaft. Damit wendet er sich dem Umgang mit homosexuellen Männern in ländlichen, wertkonservativen Gegenden zu. Der Film basiert auf einer aussergewöhnlichen Kurzgeschichte von Annie Proulx, die mit präziser Sprache und grosser Stilsicherheit die tiefen Wunden einer Schwulen-Beziehung öffnet. Situiert wird diese Geschichte vom «gebrochenen Bergrücken» in Wyoming 1961. Hier treffen sich zwei Schafhirten im Cowboy-Look, um über den Sommer die Herde vor den Wölfen zu sichern. Jack und Ennis werden durch ihre intensive Arbeit eins mit der Natur, auch mit ihrer eigenen. Sie verlieben sich. Nach ihrer Rückkehr aus den Bergen schrecken sie aber vor den Konsequenzen zurück und trennen sich wieder. Beide gründen eine Familie. Doch die gegenseitige Anziehung bleibt so stark, dass sie sogar die gesicherte Existenz aufs Spiel setzen.
Die meisterhafte Inszenierung von Ang Lee öffnet, wie bereits in «The Ice Storm» (1997), ungeahnte Gefühlswelten. Er bringt den Konflikt zwischen der selbstbestimmten Liebe und der Gewalt gesellschaftlicher Konventionen eindrucksvoll ins Bild. Dabei führt er die Figuren bis in das tragische Scheitern. Und doch bleibt in der Trauer eine leise Hoffnung: dass diese Passion nicht vergebens war.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Brokeback Mountain», USA 2005, Regie: Ang Lee, Besetzung: Heath Ledger, Jake Gyllenhaal, Anne Hathaway, Michelle Williams; Verleih: Ascot Elite, Internet: http://www.ascot-elite.ch, Filmwebsite: http://www.brokebackmountain.com
Kinostart: 16. Februar
Hinweis: Die „du“-Ausgabe vom Februar setzt sich mit dem Regisseur in Höchstform auseinander: „Ang Lee und sein Kino – Poesie im Grossformat“. Das Heft ist am Kiosk für 20 Franken erhältlich.
http://www.dumag.ch/heft.php
Radiohinweis: Reflexe. «Brokeback Mountain» – Das Kino des Ang Lee: Mittwoch, 15. Februar, 11.00 Uhr, DRS2 (WH: 22.05)
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