«Blut und Boden». Nazi-Wissenschaft
Die Forschungseinrichtung der SS, die sich «Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe e. V.» nannte hatte zum Ziel, der NS-Rassenideologie vom «arischen Herrenmenschen» einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben, die daraus abgeleiteten Verbrechen wie ethnische und kulturelle Verfolgung zu legitimieren, die Germanisierung der Gebiete voranzutreiben und die ideologische Herrschaft des Regimes abzusichern. Das ganze Ausmass des wissenschaftlichen Unternehmens ist noch weitgehend unbekannt. Innerhalb verschiedener Organisationen, die namhafte Forscher und Hochschullehrer vereinten, entstand nach der Machtergreifung eine wahre «Kampfwissenschaft». Hauptanliegen der mit sämtlichen Vollmachten und umfangreichem Mitteln ausgestatteten SS-Organisation war es, den Begriff «germanische Rasse» zu definieren. Dazu bemühten sich die jeweiligen Forscher auf allen Gebieten «wissenschaftliche» Beweise zu erbringen, mit denen sie die Ideologie von der «Herrenrasse» untermauern und damit das Nazi-Regime stützen konnten. Um die Gegenwart zu beherrschen und die Zukunft zu meistern, mussten die Nazis die Geschichte umschreiben und den Nicht-Ariern das menschliche Wesen absprechen
