Blaues Blut und rote Fahnen – Ruth Mayenburg
Wie viele Sozialdemokraten schliesst sich die österreichische Publizistin, Schriftstellerin und Übersetzerin Ruth Mayenburg nach der Zerstörung der Demokratie und dem Bürgerkrieg 1934 dem Kommunismus an. Ihre Tochter Marina Fischer-Kowalski erinnert sich: «Für meine Mutter war die Sowjetunion das einzige Land, das dem Faschismus ernsthaft die Stirn bot!» Ruth Mayenburg arbeitete in den 1930ern als sowjetische Spionin gegen Nazi-Deutschland, bei Kriegsbeginn als Komintern-Mitarbeiterin in Moskau, dann als Agitatorin in der deutschsprachigen Sektion von Radio Moskau, danach an der Front und in den deutschen Kriegsgefangenenlagern. 1945 kehrte sie mit der Roten Armee nach Österreich zurück. In den langen und oft blutigen Jahren des Kampfes im Widerstand und im Exil hatten viele Kommunisten auf ein vom Faschismus befreites Österreich gehofft. Ruth Mayenburg distanzierte sich bereits in den 1950er-Jahren vom Kommunismus sowjetischer Prägung
