Bis ans Ende der Träume

Mo 23.07.,
medientipp

Katharina von Arx war eine starke Frau mit einem noch stärkeren Willen – und dies in Zeiten, in denen Frauen in der Schweiz noch kein Stimmrecht hatten. Bereits als Mädchen eckte sie mit ihrem Lebensentwurf an, wollte unabhängig, wollte frei sein. 1948 mit knapp 20 kaufte sie einen Wagen und fuhr los, in die grosse weite Welt. Mit 25 reiste sie – mit einer Ukulele und einem Zeichenblock im Gepäck – um die Welt. Zurück kehrte sie als Berühmtheit und schrieb ein Buch über ihre Erlebnisse. Es wurde ein Erfolg. Auf einer Arbeitsreise in der Südsee lernte sie den französischen Fotografen Freddy Drilhon kennen und lieben.

Wilfried Meichtrys Dokumentarfilm fokussiert diese aussergewöhnliche Beziehung zwischen von Arx und Drilhon, zwei Menschen, die sich nicht schubladisieren lassen wollten und in ihrer ureigenen Welt lebten bis diese schliesslich am Alltag zerbrach.

Nach dem Kauf eines 800-jährigen Hauses in Romainmôtier investierte von Arx all ihre Energie in dessen Restauration. Drilhon sah sich durch ein altes Gemäuer ersetzt und ging. Meichtry portraitiert die Schriftstellerin mit viel Feingefühl. Ganz nahe bei den Menschen und ihren Träumen und Enttäuschungen entwickelt der Film einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Die Entscheidung zur Freiheit sei wichtiger gewesen, als die Freiheit selbst, habe von Arx Meichtry erklärt – eine zeitlose Botschaft, die es verdient, laut ausgesprochen zu werden.

Natalie Fritz, Religionswissenschaftlerin und Redaktorin Medientipp

«Bis ans Ende der Träume», Schweiz 2018, Regie: Wilfried Meichtry, Besetzung: Sabine Timoteo; Christophe Sermet; Frédérique Drilhon; Verleih: Frenetic, Internet: http://www.frenetic.ch Filmwebsite: http://www.frenetic.ch/katalog/detail//++/id/1051

Kinostart: 01.02.2018