Berner „saemann“ und Zürcher „Kirchenbote“ in Existenz bedroht
(medientipp/rna) In der Dezembersession beantragt die nationalrätliche Finanzkommission, die Subvention der Postzustellgebühren für Zeitungen und Zeitschriften mit Auflage über 100´000 zu streichen. Stimmt das Parlament dem Antrag zu, ist die Existenz des Zürcher „Kirchenboten“ und des Berner „saemann“ bedroht.
Die Subvention des Bundes für die ungedeckten Kosten aus der Beförderung von Zeitungen und Zeitschriften soll ab Januar 2002 um jährlich 30 Millionen Franken reduziert werden. 70 Titeln mit grosser Auflage würden damit die bisherigen Subventionen gestrichen.
Für den Berner „saemann“ mit 284‘000 Exemplaren wäre die Streichung der heutigen Jahressubventionen von 350´000 Franken existenzbedrohend, denn sie machen über 10 Prozent des Jahresbudgets aus. Dies berichtet die Wochenzeitung „Reformierte Presse“ am 23. November. Stefan Ramseier, Präsident des Herausgebervereins: „Eine Streichung der Subvention schon 2002 könnte für unsere Zeitung das Aus bedeuten.“ Auch der „Kirchenbote des Kantons Zürich“ mit 263´000 Exemplaren wäre gemäss Kurt Bütikofer, Präsident des Pfarrvereins, „ohne Subvention der Postzustellgebühren in seiner Existenz bedroht.“ Der Verband Schweizer Presse (VSP) lehnt die geplante Massnahme der nationalrätlichen Finanzkommission ab, grossen Zeitungen die Subventionen zu streichen und kleinen zusätzliche zu geben. Sollten grosse Titel wie die „Coop-Zeitung“ oder der „Brückenbauer“ auf andere Verteiler ausweichen, so würde der Postzeitungsdienst gemäss Stellungnahme des VSP „massive Defizite generieren“. Das würde „zu Tariferhöhungen bei den bei der Post verbleibenden Titeln“ führen und schlussendlich auch die kleineren Zeitungen teurer zu stehen kommen als keine zusätzlichen Subventionen.
