Berlinale 2002: Preisträger der Oekumenischen Jury

(medientipp) An der 52. Berlinale vom 2.-17. Februar hat die Oekumenische Jury ihre Preise verliehen:

Der Preis für einen Wettbewerbsfilm geht an:

„Bloody Sunday“ von Paul Greengrass, Grossbritannien/Irland 2001

Der Film zeigt verschiedene Aspekte des „Bloody Sunday“ an dem 1972 im nordirischen Derry durch einen Militäreinsatz 13 Menschen getötet und 14 Menschen verletzt wurden, die an einer Friedensdemonstration teilgenommen hatten. Auf sehr überzeugende Weise zeigt der Film die verheerende Auswirkung einer Politik, die Eskalation von Gewalt in Kauf nimmt, um soziale und religiöse Probleme zu lösen.

Der mit € 2´500.- dotierte Preis für einen Film aus dem 17. Panorama geht an:

„L´ange de goudron“ (Der Engel aus Teer) von Denis Chouinard, Kanada 2001

Der Vater einer algerischen Immigrantenfamilie in Kanada steht kurz vor seiner Einbürgerung, als sein Sohn verschwindet. Mit dessen kanadischer Freundin macht er sich auf die Suche und beginnt einerseits, den sozialpolitischen Protest seines Sohnes zu verstehen und andererseits, die Grenzen der eigenen Kultur zu erkennen. Ein ebenso berührender wie politisch brisanter Film.

Der mit € 2´500.- dotierte Preis für einen Film aus dem 32. Internationalen Forum des Jungen Films geht an:

„é minha cara“ (That´s My Face) von Thomas Allen Harris, USA/Brasilien 2001.

Auf eine aussergewöhnliche Weise nimmt uns der afroamerikanische Regisseur musikalisch und humorvoll auf eine Reise zu den Wurzeln seiner Familie mit. Durch seine Augen entdecken wir den Kontinent seiner Vorfahren, die Bürgerrechtsbewegungen und die reiche Spiritualität der afroamerikanischen Diaspora.