Ben X

Das ist der Stoff, aus dem Elternalbträume sind: Ein autistischer Jugendlicher, der in der Parallelwelt eines Computerspiels lebt und in der Schule gemobbt wird. Dies inklusive «Happy slapping», dem Aufzeichnen der eigenen Schandtaten per Handykamera zwecks Weiterverbreitung im Internet. Der 17-jährige Ben hat es nicht leicht, ebenso wenig seine Mutter und der getrennt lebende Vater.

Inspiriert ist der Film durch den tragischen Selbstmord eines Jungen, der eine leichte Form von Autismus hatte und virtuell gemobbt wurde. Der Belgier Nic Balthazar hat daraus einen spannungsreichen Erstling über jugendliche Grausamkeit gedreht – virtuelle und ganz reale. Und der Film thematisiert den Fluch von Medienwelten – oder vielleicht auch den Segen? Balthazar nutzt das Medium Film gekonnt, um die Begrenztheit der Medien aufzusprengen und die unvermeidliche Katastrophe zu umschiffen. Die Computeranimation auf der Leinwand lässt auch Nichtgamer virtuelle Landschaften durchschreiten, in denen Ben sein «eigentliches Leben» führt. Zum Glück taucht seine Gamefreundin rechtzeitig ausserhalb des virtuellen Raums auf. Schliesslich kommt es zu einem überraschenden Showdown in einer Kirche. «Ben X» ist alles andere als ein Albtraum und wurde vergangenes Jahr am Montreal World Film Festival neben dem Haupt- und Publikumspreis auch mit demjenigen der Ökumenischen Jury ausgezeichnet.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

„Ben X“, Belgien 2007, Regie: Nic Balthazar, Besetzung: Greg Timmermans, Laura Verlinden, Marijke Pinoy; Verleih: Xenix Filmdistribution, Internet: http://www.xenixfilm.ch, http://www.publik.ch, Filmwebsite: http://www.benx.kinowelt.de

Kinostart: 15. Mai 2008

„Ben X“ ist Film des Monats Mai. Der Film des Monats kann als pdf geladen werden unter:
medientipp.ch/pdf/filmtipp_200805.pdf

Schulmaterial zu „Ben X“:
http://www.film-kultur.de/glob/kc_2008_benx.pdf
http://www.kinofenster.de/filmeundthemen/ausgaben/kf0802/ben_x_film/