Auszeichnungen der Ökumenischen Jury am 66. Filmfestival von Cannes

(medientipp) Interfilm und Signis verleihen den Preis der Ökumenischen Jury an das iranisch-französische Familiendrama «Le Passé». Lobende Erwähnungen sprach die Jury für die Filme «Soshite chichi ni naru» (Like Father, like son) und «Miele» (Honig) aus.

Das Drama «Le Passé» des iranischen Oscargewinners Asghar Farhadi erzählt die Geschichte von Ahmad, der aus Teheran nach Paris zurückkehrt, um sich von seiner französischen Frau Marie scheiden zu lassen. Doch die Vergangenheit lässt Ahmed und Marie, die mittlerweile eine Patchworkfamilie gegründet hat, nicht los. Nach und nach werden die komplexen Beziehungen und schmerzhaften Geheimnisse der Beteiligten offengelegt. Das Drama «Le Passé» illustriere, so die Ökumenische Jury in ihrer Begründung, dicht und mitreissend den Bibelvers aus Johannes 8,23: «Die Wahrheit wird euch frei machen.»

Hirokazu Kore-edas Film «Soshite chichi ni naru» (Like father, like Son), dem die Jury eine lobende Erwähnung ausspricht, widmet sich ebenfalls familiären Beziehungen. Was macht Familie aus? Blutsbande oder Liebe? Dieser Frage müssen sich zwei japanische Paare stellen, die erfahren, dass ihre Söhne nach der Entbindung vor sieben Jahren vertauscht wurden.
Eine weitere lobende Erwähnung der Jury findet Valeria Golinos Film «Miele» (Honig). Die italienische Regisseurin lässt die Zuschauer an den Zweifeln und Gewissensqualen einer jungen Frau teilhaben, die todkranken Menschen hilft zu sterben. Die unvoreingenommene Sicht des Films auf das komplexe Thema Sterbehilfe überlasse dem Publikum die Freiheit und die Verantwortung, einen eigenen Standpunkt zu finden, so die Jury. 

Die Jurymitglieder 2013

Gianluca Arnone (Italien), Tiziana Conti (Schweiz), Marek Lis (Polen), Denyse Muller (Jurypräsidentin; Frankreich), Samuel Petit (Frankreich), Gianna Urizio (Italien)