«Ausgeluthert». Was bleibt vom Festjahr 500 Jahre Reformation?

Zur Feier haben heute alle frei, deutschlandweit, einmalig. Der diesjährige Feiertag zum 500. Jubiläum der Reformation soll alle im Lande, egal ob sie evangelisch, katholisch, ausgetreten, muslimisch oder jüdisch sind, daran erinnern, dass mit Martin Luther ein Prozess in Gang gesetzt wurde, der die gesamte Gesellschaft, unser Denken, unseren Staat, unser Selbstverständnis radikal verändert hat. Die Reformation ist eine Epochenzäsur, nach der in Europa und darüber hinaus nichts mehr so war wie zuvor. Seither versuchen wir, Vielfalt zu denken und zu leben, Toleranz und den freien Diskurs einzuüben, mit der Freiheit des Gewissens unsere Entscheidungen zu treffen. Ein Jahr lang wurde all das gefeiert und bedacht – in unzähligen Ausstellungen, ökumenischen Spitzentreffen und Gottesdiensten. Wir blicken zurück auf das Festjahr und fragen: Was bleibt?