Aus der Tiefe der Seele
Die Geschichte der armenischen Musik geht weit bis in die Antike zurück. Die liturgischen Gesänge gehören zu den ältesten schriftlich überlieferten Klängen der Welt. Zunächst vermutet man einen Druckfehler, wenn bei manchen Werken ein Komponist aus dem fünften Jahrhundert genannt wird. Diese Seite Armeniens ist der westlichen Welt bis heute weitestgehend verborgen geblieben. Denn immer noch steht das Land für Vertreibung und Vernichtung. Der Genozid von vor über hundert Jahren bestimmt den europäischen Blick. Der armenische Priester und Musikwissenschaftler Komitas bildet die Schnittstelle zwischen der archaischen Musik und der Moderne in Armenien. Zudem haben sieben Jahrzehnte Sowjetherrschaft den Zugang zu den kulturellen Schätzen von aussen fast vollständig unterbrochen. Denn wer armenische Künstler der Gegenwart trifft, begegnet immer auch ihrer Vergangenheit. Quer durch alle Genres verbindet die armenische Musikszene stets die Hinwendung zur Tradition und zur eigenen Geschichte
