Wir sind alle Astronauten (Asphalte)

In einem Hochhaus in einer Stadt in Frankreich leben die Menschen aneinander vorbei. Sternkowitz (Gustave Kervern), zeitweilig an einen Rollstuhl gebunden, ist zunächst Gefangener der eigenen vier Wände. Nachts nutzt er den Aufzug, um die Nachtschwester (Valeria Bruni-Tedeschi) des nahen Krankenhauses zu beeindrucken. Charly (Jules Benchetrit), vernachlässigter Teenager, ist fasziniert von seiner neuen Nachbarin, die in den 80ern eine bekannte Schauspielerin war. Frau Hamida (Tassadit Mandi) bietet dem vom Himmel gefallenen Astronauten McKenzie (Michael Pitt) Unterschlupf, bis die NASA ihn abholen kann. Mit «Wir sind alle Astronauten» (FR 2015) hat sich Samuel Benchetrit an die Verfilmung seiner autobiografischen Romanreihe «Les Chroniques de l’Asphalte» gewagt.  Das beklemmende Gefühl der Einsamkeit, den Mangel an Liebe und das Bedürfnis nach Nähe der vereinsamten Bewohner gehen ans Herz, aber die pointierten Dialoge verhindern, dass der Film ins Schwülstige abgleitet