Ars Electronica 2002: „unplugged“

(medientipp) Die diesjährige Ars Electronica widmet sich der Frage, wie sich die digitale Kommunikation zu Gunsten bzw. zu Ungunsten lokaler und weltweiter Netzwerke auswirkt. Der Titel „unplugged – Art as the Scene of Global Conflicts“ verweist auf die komplexen Mechanismen, die über die Zugänge und Ausschlüsse aus dem globalen Netzwerk entscheiden. Digitale Medien, die durch weltweite Vernetzung kommunikative Auswege aus lokalen Konflikten bieten können, wirken durch wirtschaftliche und politische Hegemonialansprüche wiederum konfliktreich auf das Lokale zurück.

Exponate und Projekte

Diese Aspekte werden an der Ausstellung für Neue Medien mit zahlreichen Exponaten reflektiert, wobei gleichzeitig der Stand der zeitgenössischen elektronischen Kunst präsentiert wird. Aufschluss über die derzeitige Landschaft der elektronischen Netze bietet das Projekt „Weltkarten – Change the Map“. Diverse „Cybergrafien“ zeigen die Welt der Daten- und Informationssysteme: Das Projekt „They Rule“ visualisiert die Querverbindungen wirtschaftlicher und politischer Machteliten Amerikas (http://www.theyrule.net). Das Projekt „./logicaland“ setzt sich zum Ziel, die Korrelationen zwischen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systemen in der Weltgesellschaft aufzuzeigen (http://www.logicaland.net). „Carnivore“, inspiriert vom gleichnamigen E-Mail-Überwachungssystem des FBI, parodiert die Kontrollbemühungen im Internet (rhizome.org/carnivore).

Symposien
Während der Dauer der Ausstellung werden zahlreiche Symposien durchgeführt. Eine zentrale Frage der Globalisierung ist z.B. die Hierarchie der Sichtweisen. Wer setzt die Standards für die Anschlussbedingungen? („Who is unplugged?“, 8.9.). Ein Blick nach Afrika und seinen Weg in die Informationsgesellschaft zwischen Emanzipation und Cyber-Kolonialismus setzt die Massstäbe neu („Wiring Africa“, 9.9.). Das Verhältnis zwischen lokalen und globalen Räumen wird gerade in Krisen relevant, wenn Medien für Konfliktzonen weltweite Aufmerksamkeit schaffen. Medien werden dabei nicht nur zum Schauplatz, sondern oft auch zur Kampfzone („Local Conflicts – Global Media“, 9.9.). Die Netz-Utopien haben sich mittlerweile verflüchtigt. Dennoch gibt es Anzeichen für die politische Kraft, die vernetzt agierende Communities entfalten können („Global Conflicts – Lokal Networks“, 12.9.).

Die Ausstellung dauert vom 7.-12. September 2002. Tickets können per Fax oder E-Mail bestellt werden: +43 (0)737 7272 77, tickets@aec.at. Der Festival-Pass kostet Euro 100.- für Erwachsene, Euro 72.- für Jugendliche und Studenten.

Daten: 7.-12. September
Ausstellungsorte: Ars Electronica Center, Hauptstrasse 2; OFR Landesstudio, Europaplatz 3; O.K Centrum für Gegenwartskunst, Dametzstr. 30; Kunstuniversität Linz, Hauptplatz 8; Peter Behrens Haus, Untere Donaulände 74; Art&Tek Institute, Hauptstr. 4; Stadtwerkstatt, Kirchengasse 4; Posthof, Posthofstr. 43, Linz
Information: Ars Electronica Center, Hauptstrasse 2, A-4040 Linz, Telefon: +43 (0)732 7272 0, Fax: +43 (0)732 7272 77, E-Mail: info@aec.at, Internet: http://www.aec.at/unplugged, Hotline, Telefon: +43 (0)732 7272 79 von Mo-Fr 10.00-17.00 Uhr