Arm gegen Ärmer – Obdachlose in Bayern

Thomas ist Deutscher und arbeitet tagsüber als Altenpfleger. Nachts schläft er seit drei Monaten gegen eine geringe Bezahlung in einem Münchner Männerwohnheim. Es ist die grösste Notunterkunft für Männer in der Metropole, in der schon lange nicht mehr nur «Klischee»-Obdachlose übernachten. Seit Jahren warnen Sozialarbeiter, dass sie überfordert sind von der Unterbringung gestrandeter Menschen. Die Gründe sind vielschichtig: Die EU-Freizügigkeit bringt nicht nur arbeitsfähige Steuerzahler aus Osteuropa, sondern auch Menschen, die mit grossen Erwartungen kamen und sich hier nun kein Dach über dem Kopf leisten können. Die Mietentwicklung und fehlende Sozialwohnungen verschärfen die Situation. Und die Flüchtlinge, die geduldet oder anerkannt werden, drängen auch auf den Mietmarkt. Inzwischen erreicht das Problem prekärer Lebens- und Wohnsituationen nicht nur Menschen am Rande der Gesellschaft