An unfinished life

Zwei alte Männer und ein Bär. Einsamkeit nahe der Wildnis bestimmt das Leben von Einar und Mitch auf ihrer Ranch irgendwo in Wyoming. Eines Tages taucht Einars Schwiegertochter auf, die vor Jahren am Steuer sass, als ihr Mann, Einars Sohn, ums Leben kam. Nun sucht sie mit ihrer Tochter Zuflucht vor einem gewalttätigen Freund. Willkommen ist sie nicht, denn Einar hat den Verlust seines Sohnes nie überwunden. Doch sie werden einige Zeit miteinander verbringen: der mürrische Alte, sein geduldiger Freund Mitch, die junge Frau und ihre eigenwillige Tochter – und dann ist da auch noch der Bär, der sich gefährlich nah an Menschen heranwagt.

Grosses Starkino mit leisen Tönen ist die Stärke von Regisseur Lasse Hallström. Das Familiendrama ist mit Robert Redford, Morgan Freeman und Jennifer Lopez überzeugend besetzt. Die beiden Altstars Redford und Freeman brillieren vor allem mit ihrer ausdrucksreichen und wohl dosierten Mimik. Die Entwicklung der einzelnen Figuren wird zurückhaltend und zugleich bildstark in Szene gesetzt. Die Natur und vor allem der Bär als personifizierte Angst eröffnen eine zusätzliche visuelle Reflektionsebene. Auch wenn vieles absehbar ist, überrascht der Film zuweilen in seinen Wendungen und unterhält mit pointierten Dialogen.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

«An unfinished Life», USA 2005, Regie: Lasse Hallström, Besetzung: Robert Redford, Jennifer Lopez, Morgan Freeman; Verleih: Ascot Elite Entertainment Group, Internet: http://www.ascot-elite.ch

Kinostart: 1. Dezember 2005