Am grünen Rand der Welt
«Am grünen Rand der Welt» ist einer der berühmtesten Romane des britischen Schriftstellers Thomas Hardy. Im Mittelpunkt steht die junge und eigenwillige Bathsheba Everdene, die im England des 19. Jahrhunderts mutig ihren Weg geht. Gleich drei Verehrer buhlen um ihre Gunst: der attraktive Schäfer Gabriel Oak, der wohlhabende Gutsbesitzer William Boldwood und der verführerische Offizier Frank Troy. Bathshebas Lebensumstände machen sie glücklich und verwirrt zugleich: Soll sie ihre Unabhängigkeit wahren oder mit jemandem gemeinsam ihre Entscheidungen treffen? Und kann dieser jemand derjenige sein, der ihr stets am nächsten stand und sie am meisten unterstützte?
Thomas Hardy hat vor über 140 Jahren eine grosse literarische Heldin erschaffen und mit ihr einen epischen und zeitlosen Roman. Der dänische Regisseur Thomas Vinterberg trägt nun weiter dazu bei, dass dieser alte Stoff modern bleibt: Seine erste Historienverfilmung übertrifft alle Erwartungen. Sie ist auf der ganzen Linie gelungen und schlicht virtuos umgesetzt. Der Film ist spannend und schlüssig erzählt, hat weder Brüche noch Längen, zollt der literarischen Vorlage Respekt und trumpft auf mit wuchtigen, erdigen, direkten und zwingenden Bildern, deren Schönheit schon beinahe surreal wirkt. Hinzu kommen reife Schauspielleistungen. Und mitten drin immer wieder diese starke und leidenschaftliche Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist.
Thomas Schüpbach, Pfarrer ref. Kirchgemeinde Zürich-Sihlfeld*
pfarramt@sihlfeld.ch
«Am grünen Rand der Welt»; Grossbritannien, USA 2015; Regie: Thomas Vinterberg; Besetzung: Carey Mulligan, Matthias Schoenaerts, Tom Sturridge, Michael Sheen; Verleih: Warner Bros. Pictures, Twentieth Century Fox, Filmwebsite: http://www.fox.de/am-gruenen-rand-der-welt
Kinostart: 16. Juli 2015
*Thomas Schüpbach ist Mitglied im reformierten Arbeitskreis Kirche und Film. In loser Folge schreiben Pfarrpersonen und kirchliche Mitarbeitende aus dem Arbeitskreis Filmtipps.
