Alpendämmerung – Europa ohne Gletscher
Für die Rettung der Gletscher in den Alpen ist es längst zu spät und ihr Ende nur noch eine Frage der Zeit. «Sterbebegleitung» nennt der Schweizer Glaziologe Matthias Huss seine Bergtouren. Als Leiter des wissenschaftlichen Gletschermessnetzes vermisst er das blaue Eis der Alpen. Die Gefahren durch Gletscherschmelze nehmen drastisch zu. Jedes Jahr gehen durch den Klimawandel von den existierenden 70 Quadratkilometer Gletscher zwei verloren. Der Permafrost schmilzt und verwandelt die bislang zusammengebackenen Hänge in rutschende Geröllhalden. Zudem gibt es wegen des Klimawandels jedes Jahr deutlich mehr «Extremwetterlagen», Starkregen unterstützt die Abbruchtendenzen massiv. Die Folge sind Erdrutsche und Bergstürze wie im Schweizerischen Bondo oder im österreichischen Valsertal. In der Schweiz werden bereits Siedlungen zurückgebaut, Menschen müssen ihre Häuser für immer verlassen. Wie gehen die Menschen in den Bergen mit dem Gletschersterben um, und wie stellen sie sich auf veränderte Bedingungen ein?
