Afghanistan – Opfer im Namen des Friedens

Nach 19 Jahren Krieg konnten die Taliban den Grossteil Afghanistans zurückerobern und die USA dazu zwingen, ein Truppenabzugsabkommen zu unterzeichnen. Nun will die Terrorgruppe in Kabul wieder an die Macht. In der Hauptstadt fürchtet die Zivilgesellschaft die Rückkehr der Taliban und will ihnen die Stadt nicht kampflos überlassen: Die Menschen möchten die wenigen Freiheiten, die ihnen geblieben sind, um jeden Preis verteidigen. Sie sind verbittert, weil sie sich vom Westen im Stich gelassen fühlen. Archivaufnahmen aus dem Jahr 2001 belegen, dass die NATO ihre Intervention in Afghanistan mit dem Kampf gegen den Terrorismus, aber auch mit dem Kampf für die Menschenrechte begründete. In CIA-Dokumenten wurde damals empfohlen, Frauenrechte in den Vordergrund zu stellen, um die öffentliche Meinung im Westen zugunsten der Intervention zu beeinflussen. Doch die Frauenrechte, die damals als nützliches Argument herhalten mussten, finden in dem Abkommen mit den Taliban ebenso wenig Erwähnung wie die Menschenrechte allgemein