Acorda Brasil – The Violin Teacher

Der begabte Violinist Laerte träumt schon von Kindesbeinen an von einer Karriere als Profimusiker. Doch bei der Audition zur Aufnahme ins Sinfonieorchester von São Paulo scheitert er an seinen eigenen hohen Erwartungen. Um seine Rechnungen bezahlen zu können, nimmt er widerwillig einen Job als Musiklehrer an einer Schule in der Favela Heliópolis an. Aus Laertes anfänglichem Desinteresse – denn die Jugendlichen treffen keinen Ton – erwächst jedoch nach und nach Respekt für seine Schülerinnen und Schüler, die sich tagtäglich mit Gewalt, Kriminalität, Armut und zerrütteten Familien konfrontiert sehen. Der Musiker findet nicht nur Gefallen an seiner sinnvollen Aufgabe, er findet darin auch den Schlüssel zu sich selbst und den Emotionen, die der Musik in ihm erst Leben verleihen.

Der Film wurde von der tatsächlichen Gründungsgeschichte des Sinfonieorchesters «Heliópolis» inspiriert und lebt neben der wahren Grundlage auch von seiner authentischen Umgebung und den unverbrauchten, jungen Gesichtern. Allen voran überzeugt Lázaro Ramos in der Rolle des an sich selbst zweifelnden Lehrers, der keinen Platz im Leben zu finden scheint. Was «Acorda Brasil» darüber hinaus herausstechen lässt aus der Masse an Filmen, die den Brennpunkt Schule thematisieren, ist sein anderer Blickwinkel. Nicht der Schüler steht hier im Vordergrund, sondern der Pädagoge, der viel gibt, aber noch viel mehr dabei lernt.

Sarah Stutte, Filmjournalistin

«Acorda Brasil  – The Violin Teacher», Brasilien 2015, Regie: Sérgio Machado, Besetzung: Lázaro Ramos, Elzio Vierira, Kaique Jesus; Verleih: Xenix, http://www.xenixfilm.ch

Kinostart: 28. Juli 2016