A Time for Drunken Horses (Zamani barayé masti asbha)
Es gibt viele Filmschaffende, die eine Sympathie für das kurdische Volk zeigen und ihre Werke in respektvoller Annäherung an dessen Kultur gestalten. So beispielsweise der Iraner Abbas Kiarostami oder die Türkin Yesim Ustaoglu. «Zamani barayé masti asbha» geht über diese Sympathie hinaus und ermöglicht einen tiefen, unverstellten Blick auf den Kampf des kurdischen Volkes und seine bittere Alltagsrealität. In seiner rohen Direktheit erinnert der Film an den Neo-Realismus, lässt diesen gar in einer unerwarteten Intensität auferstehen.
Der iranische Regisseur Bahman Ghobadi hat in seinen Film eigene Erfahrungen einfliessen lassen und ermöglicht dadurch einen authentischen Blick in das Alltagsleben kurdischer Kinder an der iranisch-irakischen Grenze. Die erzählerische Kraft und die überwältigende Schönheit der Bilder verbinden sich mit der hervorragenden Schauspielführung der Kinder: Die Kamera bleibt so nahe bei den Figuren, als wäre sie ein Teil von ihnen. Im Kontrast zur gezeigten sozialen Not steht die intensive Aura des Films.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«A Time for Drunken Horses» («Zamani barayé masti asbha»), Iran / Frankreich 2000. Regie: Bahman Ghobadi, Besetzung: Ayoub Ahmadi, Rojin Younessi, Amaneh Ekhtiar-dini, Madi Ekhtiar-dini.
