A Road Not Taken
Was bewegt zwei Schweizer Filmschaffende, in den USA Sonnenkollektoren auszugraben und damit quer durch’s Land zu fahren? Es ist die Vision von einer anderen Energie-Zukunft. Diese Vision hatte kein geringerer als der US-Präsident Jimmy Carter, der 1979 eine Solaranlage auf dem Dach des Weissen Hauses installieren liess. Sein Nachfolger Ronald Reagan beendete den Traum von der Solarzukunft und nahm den symbolischen Akt zurück. Dreissig Jahre später betreiben Christina Hemauer und Roman Keller mit ihrem Dokumentarfilm handfeste Erinnerungsarbeit. Sie finden die Paneele in einem verstaubten Schuppen in Maine und fahren damit Richtung Süden. Die Sonnenkollektoren finden ihre neue Heimat in der Jimmy Carter Library in Georgia und einer landet schliesslich im National Museum of American History in Washington.
«A Road Not Taken« ist ein Roadmovie der speziellen Art. Die Reise auf den Strassen dient dem Nachdenken über einen Traum, über eine verpasste Chance, aber auch über die erstaunten Reaktionen von amerikanischen Bürgern. Feinfühlig geht die Regie damit um und zeigt eine filmische Melancholie. Die Abzweigung in Richtung Solarkraft wurde nicht genommen. Und die USA sind heute noch abhängig vom Erdöl. Angesichts der gewaltigen Erdölkatastrophe im Golf von Mexiko bekommt der Film eine besonders utopische und prophetische Aussagekraft.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
Der Film wurde unterstützt von der Katholischen Kirche im Kanton Zürich.
«A Road Not Taken», Schweiz 2010, Regie: Christina Hemauer, Roman Keller, Dokumentarfilm; Verleih: Atelier Hemauer/Keller, Filmwebsite: http://www.roadnottaken.info
Kinostart: 17. Juni 2010
Weitere Startdaten: moralequivalent.info/de_aroadnottaken/?page_id=820
