A l’attaque!

Robert Guédiguian zaubert eine Erzählung aus Marseilles auf die Leinwand, die politischen Film, Sozialkomödie und Märchen vereinigt. Er nennt sie «un conte de l´Estaque», benannt nach dem Hafenquartier, das von Arbeitslosigkeit und Misere geprägt ist. Bereits in «Marius et Jeanette» (1996) hat er aus diesem Quartier erzählt und wurde damit in Frankreich berühmt. Mit seinen beiden neuen Filmen «La ville est tranquille» und «A l´attaque!» lässt sich Guédiguain nun auch bei uns als wichtiger Regisseur des europäischen Kinos entdecken.
In «A l´attaque!» versuchen zwei Drehbuchautoren – angesichts der gesellschaftlichen Zustände – einen politischen Film zu schreiben. Sie malen sich eine Gemeinschaft rund um den Kleinbetrieb einer Garage aus, deren Überlebenskampf und Widerstand gegen einen internationalen Konzern zum Fanal für einen Aufstand wird. Die Geschichte wendet sich zum Guten, doch auch die Tragödie ist immer in Griffnähe, wenn wir den Autoren bei der Entstehung der Filmhandlung zuschauen und gleichzeitig den Film als mögliche Sozialkomödie erleben. So anregend und vielseitig kann politisches Kino sein.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«A l´attaque!» und «La ville est tranquille», Frankreich 1999, Regie: Robert Guédiguian, Besetzung: Ariane Ascaride, Pierre Banderet. Agora Films, Genf.