37°. Zwischen Frust und Hoffnung
Sie arbeiten dort, wo keiner gern hingeht. Angestellte im Jobcenter oder im Sozialamt entscheiden über Sozialleistungen. Oftmals aber auch über die schwierigen Schicksale ihrer Kunden. Meist sind Sachbearbeiter, Fallmanager oder Sozialarbeiter der letzte Halt für Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben und Unterstützung brauchen. «Es ist ein Irrglaube, zu sagen: Die sind alle faul.» Thomas M. arbeitet im Jobcenter Bochum als Fallmanager. Er betreut Kunden mit «multiplen Vermittlungshemmnissen». Das heisst Menschen, die lange arbeitslos, psychisch krank, verschuldet, vorbestraft und oft mehreres gleichzeitig sind. «Ich kann mich gut in die Kunden hineinversetzen, denn ich war früher selbst Hartz-IV-Empfängerin.» Melanie O. ist heute Sachbearbeiterin in der Leistungsabteilung des Jobcenters Berlin Mitte. Die alleinerziehende Mutter hat sich hochgearbeitet. «Wenn das soziale System bei Einzelfällen nicht greift, dann komme auch ich an meine Grenzen.» Katrin M. hat im Sozialamt Magdeburg eigentlich nur eine Aufgabe: Menschen vor Obdachlosigkeit zu bewahren …
