37°. Mehr als satt und sauber
Stress, harte Arbeit, wenig Geld, all das bringt viele Altenpfleger oft an die Grenzen. Sie wollen sich kümmern und haben doch kaum Zeit für ihre Schützlinge. Die vorgeschriebene Minutentaktung der Pflege lässt nichts anderes zu als «satt und sauber». «Wir sind angewiesen, uns nur um die körperlichen Bedürfnisse zu kümmern», sagt Carmen (52) aus Erfurt. «Dabei fehlt den Patienten vor allem Nähe und Zuwendung – mehr als alles andere.» Carmen arbeitet in einem Pflegeheim in Arnstadt. Auch Markus, der bei einem mobilen Frankfurter Pflegedienst beschäftigt ist, stimmt zu. Oft sind die pflegebedürftigen Patienten frustriert, schwach oder verwirrt. Eines haben fast alle gemeinsam – sie sind einsam. Oft haben sie niemand anderen als den Pfleger. Für den Pfleger sind es viel zu viele Patienten, es bleibt zu wenig Zeit für den Einzelnen
