360° Geo Reportage. Arktis – Ein Junge wird Jäger
In einer der nördlichsten besiedelten Regionen der Welt, die zehn Monate im Jahr von Eis bedeckt ist, ist Jagen eine der wenigen Möglichkeiten für die Menschen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Doch die Jagd bedeutet für die Polar-Inuit nicht nur Versorgung. Aus ihr leiten sie nach wie vor ihre kulturellen Werte und ihre Identität ab. Auf einer tagelangen Reise durch eine von bizarren Eisbergen gesäumte weisse Wüste wird der erst zwölf Jahre alte Qaaqqukannguaq die schwierige Kunst der Polarjagd von seinem Vater lernen. Er wird die Peitsche so schwingen und die Hunde so hetzen, bis sie Furcht vor ihm haben und ihm bei jeder der gefährlichen Wasserspalten oder Risse im Eis gehorchen. Er wird mit dem Blick die blendende Schneedecke nach Robben und Walrossen bis zum Horizont abtasten und sich dann langsam – im Schutz eines weissen Holzgestells – an das Tier heranpirschen. Vor allem aber wird er lernen, das Eis zu lesen
