12. Berner Medientag
(medientipp) Am vergangenen Samstag, 23. November fand der 12. Medientag im Kornhaus Bern statt unter dem Titel „Wes´ Brot ich ess, des´ Lied ich sing“. Thema war die Unabhängigkeit der Medien gegenüber Druckversuchen seitens Politik und Wirtschaft sowie die Frage, wie es um die Ethik der Journalisten und die Wahrhaftigkeit der Medienberichterstattung bestellt ist. Laut Tagungsleiter Roland Jeanneret habe sich die Problematik mit der angespannten wirtschaftlichen Lage für viele Journalistinnen und Journalisten verschärft. Verlage und Redaktionen wollten Geschichten, die sich verkauften. Dem pflichtete auch Facts-Bundeshausjournalist Urs Zurlinden bei. Gleichzeitig dürfe sich der Journalismus aber nicht mit einer weissen Weste aus der Verantwortung ziehen. Peter Studer, Präsident des Presserates, kritisierte, dass die Doktrin des „Return of Investment“, wie sie in den USA im Medienbereich praktiziert werde, auch auf Europa übergreife. Medienqualität bemesse sich aber nicht nur nach der ökonomischen sondern auch nach der publizistischen Leistung. Und um die publizistische Qualität zu gewährleisten, brauche es eine Berufs- und eine Unternehmensethik. Einige Diskussionsteilnehmer betonten zudem die Bedeutung der Ausbildung sowie die ethische Vorbildfunktion von Vorgesetzten.
