10 Questions for the Dalai Lama
Die bevorstehenden olympischen Spiele bescheren Tibet soviel Aufmerksamkeit wie schon lange nicht mehr; Unruhen, Solidaritätskundgebungen, Protestaktionen. Dem berühmtesten Tibeter der Welt, dem Dalai Lama, mangelte es freilich nie an Aufmerksamkeit: Der geistliche und weltliche Führer Tibets ist Friedensnobelpreisträger und seit Jahrzehnten Liebling von religiös Interessierten und westlichen Freizeitbuddhisten. Das Interesse an ihm, der sich selbst als schlichter Mönch versteht, schillert vielfältig.
Davon ist auch der amerikanische Dokumentarfilm geprägt, der vor zwei Jahren entstanden ist. Regisseur Rick Ray, der die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch mit «Seiner Heiligkeit dem 14. Dalai Lama» erhält, versucht erst gar nicht, seine Verehrung zu verbergen. Sein Kommentar wie auch die musikalische Tonspur quellen zuweilen davon über. Und doch ist der Film interessant mit seinem Archivmaterial aus den Jugendtagen des Dalai Lamas, von der Okkupation Tibets, dem politischen Engagement oder der Teilnahme an volkstümlichen Festen. Sehenswert ist der Film für Leute, die Tibet und den Dalai Lama bisher nur so nebenbei mitbekommen haben. Die zehn Fragen, die dann schliesslich in der Privataudienz gestellt werden, sind teilweise etwas schlicht. Hier wird die Persönlichkeit des Dalai Lamas spürbar, wenn er in der ihm eigenen Mischung aus tiefer Ernsthaftigkeit und jungenhaftem Witz antwortet.
Christine Stark, Reformierte Filmbeauftragte
christine.stark@ref.ch
«10 Questions for the Dalai Lama», USA 2006, Regie: Rick Ray, Dokumentarfilm mit Rick Ray und dem Dalai Lama, Verleih: Ascot Elite Entertainment Group, Internet: http://www.ascot-elite.ch, Filmwebsite: http://www.10fragenandendalailama.de
Kinostart: 17. April 2008
