Stationen. Der Kardinal – Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising
Er sehe die Kirche an einem «toten Punkt» und wolle auch für Fehler und Versagen in der Vergangenheit Verantwortung übernehmen, sagte Kardinal Reinhard Marx.
Es ist ein Paukenschlag und auch für Insider eine Überraschung. Sie erlebten den Erzbischof von München und Freising seit 2008 immer als engagiert, kämpferisch und schlagfertig. Der Löwe in seinem Wappen war für den gebürtigen Westfalen immer Programm. Er möchte den Menschen Mut machen, sich auf der Grundlage christlicher Werte einzumischen und die Veränderungen in Kirche und Gesellschaft mitzugestalten. Das erfordert, gerade in Zeiten der Pandemie, Kreativität und seit Jahren eine hohe Konfliktfähigkeit.
Bis 2020 war Marx Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz. Eine in vielerlei Hinsicht anstrengende Zeit. Angesichts des Missbrauchsskandals, der hohen Zahl von Kirchenaustritten, des Priestermangels beklagen viele einen Problemstau in der Katholischen Kirche. Kardinal Marx stösst 2019 den Synodalen Weg an.
Doch wie geht es nun weiter, nachdem Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch des Münchner Erzbischofs abgelehnt hat? Zur Tagesordnung will Kardinal Reinhard Marx nicht einfach übergehen.
Andrea Kammhuber porträtiert den Erzbischof von München und Freising, der auch einer der engsten Mitarbeiter von Papst Franziskus ist.
