Katholische Welt. Religion und Politik in China
Ausgerechnet China könnte ideologisch gestärkt aus der Pandemie hervorgehen. Im vergangenen Jahr erschien im Suhrkamp Verlag ein Buch des chinesischen Philosophen Zhao Tingyang, «Alles unter dem Himmel». Zhao ist einer der einflussreichsten zeitgenössischen Philosophen Chinas.
In seinem Buch preist der Autor die chinesische postliberale, (noch) utopische Welt namens Tianxia aus der alten Zhou-Dynastie, eine Welt des Friedens und des Glücks.
Bemerkenswert ist, wie schroff Zhao Tingyang die chinesische antike Religion der monotheistischen Religion des Christentums entgegensetzt, für ihn die Quelle allen planetarischen Übels. Der christliche Universalismus habe die heile kosmozentrische Ordnung zerstört und die Welt in Freund und Feind aufgespalten. Darum sei es nur folgerichtig, die vom Westen dominierte Weltordnung durch die Tianxia abzulösen, durch eine Weltordnung made in China
