«Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen»

Die junge Theaterregisseurin Mariana (Ioana Iacob) hat vom Magistrat einer rumänischen Stadt den Auftrag erhalten, ein kleines Reenactment mit einer Laiengruppe Militärbegeisterter zu inszenieren. Die Show soll die Armee feiern und den Tourismus ankurbeln. Sie interpretiert den Auftrag allerdings so, dass eine Darstellung des Pogroms von Odessa im Zweiten Weltkrieg herauskommt, als beim Einmarsch der rumänischen Armee viele Juden ermordet wurden. Ihre eigenwillige Interpretation des Auftrags und ihr Gedenken an die Opfer provoziert heftige nationale Aufwallungen und stürzt das ganze Projekt ins Chaos. «Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen» – ein wörtliches Zitat eines Ministers von Marschall Antonescu – will aufrütteln und stellt sich wütend den rumänischen Holocaust-Leugnern entgegen. Zugleich ist der Film (BG 2018) von Radu Jude auch ein sarkastischer Kommentar über das Scheitern eines adäquaten Erinnerns