scobel. Krankheit als Erbe der Evolution
Die Evolutionsmedizin sucht mithilfe der Molekulargenetik und Untersuchungen an Tieren, fossilen Menschen und Mumien nach neuen Erkenntnissen über die Entstehung von Krankheiten wie Arteriosklerose, Krebs, Adipositas, Allergien, Alzheimer bis hin zu Depressionen. Auch neue Therapien und vor allem die Möglichkeiten der Gesundheitsprävention erforscht die junge Wissenschaft. Eine zentrale Frage der evolutionären Medizin ist dabei: Warum wurden in der menschlichen Entwicklung krankmachende Gene und biologische Mechanismen wie zum Beispiel das ungehinderte Zellwachstum, das Krebs verursachen kann, nicht einfach durch Selektion abgeschafft? Sind sie für die Evolution und das Fortbestehen eines Organismus unter bestimmten Umständen sinnvoll – oder gar von Vorteil? In der aktuellen medizinischen Forschung rücken Entzündungsprozesse und Störungen des Immunsystems als Ursachen zahlreicher Krankheiten mehr und mehr in den Blick. Aus Sicht der Evolution stellt sich die Frage, ob es überhaupt ein perfektes Immunsystem gibt …
