Der Wolfsjunge (L’enfant sauvage)

1798 wurde bei Aveyron ein etwa 12-jähriger, wild aufgewachsener und gehörloser Knabe (Jean-Pierre Cargol) eingefangen und später nach Paris gebracht. Als alle Erziehungsversuche in der Gehörlosenschule von Paris scheitern, nimmt Dr. Jean Itard (François Truffaut) den «Wolfsjungen» in seine Obhut und zieht mit ihm aufs Land, nach Batignolles. Gemeinsam mit seiner Haushälterin Madame Guérin (Françoise Seigner) versucht er in unablässigem pädagogisch-psychologischen Bemühen, das bisher nie erwachte Kontaktvermögen des Jungen zu wecken. Sie geben ihm den Namen Victor und lehren ihn nach und nach, unter Menschen zu leben, zu lesen, zu schreiben, bei Tisch zu essen. Truffauts Film (FR 1969) ist in einem fast dokumentarischen Stil in Schwarz-Weiss gedreht und gehört zu den Schlüsselwerken des Regisseurs. «L’enfant sauvage» erzählt auf unglaublich einfühlsame Weise davon, was Menschen ausmacht