Die Reformerin
Sherin Khankan will Imamin werden und mit einigen Mitstreiterinnen in Kopenhagen eine Moschee eröffnen. Khankan, geschieden und vierfache Mutter, wuchs in Dänemark auf; ihr Vater ist ein politischer Flüchtling aus Syrien, ein Muslim und – wie sie selbst sagt – Feminist. Ihre Mutter ist Finnin und Christin. Die Liebe ihrer Eltern habe ihr ein starkes Fundament mitgegeben, das religiös gemischte Zuhause eine grosse Toleranz gegenüber Unterschieden. Sie ist überrascht, dass die Eröffnung der Mariam-Moschee so heftige Kontroversen auslöst. Khankan geht in die Öffentlichkeit, organisiert Konferenzen und wendet sich an Verbände, um Menschen zu überzeugen und zusammenzubringen. Und sorgt damit für internationale Schlagzeilen. Am Tag des ersten Gebets ist der weiss getünchte und mit Blumen geschmückte Gebetsraum brechend voll. Die Vorstandsmitglieder Hicham Mouna, Saer El Jaichi und Saliha Marie Fetteh sind enthusiastisch. Aber es wird auch viel diskutiert: Soll man entgegen der üblichen Praxis auch gemischtreligiöse oder homosexuelle Paare trauen? Welche theologischen Argumente gelten hier?
