Schwabenkinder

Tirol Ende des 19. Jahrhunderts: Die Not zwingt viele Bergbauern, ihre Kinder den Sommer über nach Schwaben zu schicken, wo sie als Arbeitskräfte an Bauern vermittelt werden. Auch Kaspar (Thomas Unterkirchner), noch nicht einmal zehn Jahre alt, ist unter den «Schwabenkindern». Sein Vater (Vadim Glowna) gibt ihn weg: Er soll auf dem Ravensburger Markt vermittelt werden. Mit anderen Kindern aus dem Dorf macht sich Kaspar auf den Weg. Als sie endlich in Ravensburg ankommen, werden sie wie Sklaven feilgeboten. Kaspar trifft es hart: Ihn wählt der Bauer Steinhauser (Jürgen Tarrach) aus, der sich als brutaler Tyrann entpuppt. Erst im Jahr 1908 kommt Kaspar (Hary Prinz) als Erwachsener zurück in sein Dorf. Der Vater, den sein Gewissen und der Kummer um den verlorenen Sohn fast das Herz gebrochen hat, liegt im Sterben, doch es bleibt Zeit für die Versöhnung. Jo Baiers Drama (AT/DE 2002) rekonstruiert die Verding-Vergangenheit armer Tiroler Bergbauern