Die Story im Ersten. Angela Merkel: «Wir schaffen das!»
Es ist kurz vor 12 Uhr, als eine Maschine der griechischen Fluglinie Aegean langsam vor dem «Salon d’honneur», der VIP-Lounge des luxemburgischen Flughafens, zu stehen kommt. Jean Asselborn, der Aussenminister, eilt mit wehendem rotem Schal zur Gangway und nimmt zwölf Kinder in Empfang, alle mit Mundschutz. Sie sind aus den überfüllten Flüchtlingslagern von den griechischen Inseln geholt worden: «Es ist ein zartes Signal der Hoffnung», meint Jean Asselborn, «jetzt müssen die anderen Länder nachziehen.» Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht? Einige EU-Staaten hatten eine Zusage gemacht. Dann kam die Corona-Krise, nur Luxemburg und Deutschland haben bisher Kinder aufgenommen, insgesamt 59. Auf Lesbos, Chios und Samos stecken weiter zehntausende Menschen unter unmenschlichen Bedingungen fest. EU-Flüchtlingspolitik im Jahr 2020. «Das ist ein schreckliches Armutszeugnis», meint Karl Kopp, der die Arbeit der deutschen Flüchtlingsorganisation «Pro Asyl» in Griechenland koordiniert. Der Film zeigt eine Gesellschaft, die sich in der Auseinandersetzung um den Umgang mit Flüchtlingen immer weiter polarisiert
