Schätze der Welt – Erbe der Menschheit. Cidade Velha, Kapverdische Inseln
Kapverden. Es gibt Sonne an 350 Tagen im Jahr bei Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad. Das klingt nach Paradies – heute. 500 Jahre zuvor klang «Cabo Verde» nach Sklavenhandel und Hunger. Es waren Schiffe unter portugiesischer Flagge, die auf einer Erkundungsreise zur westafrikanischen Küste die Inselgruppe entdeckten. Auf der südlichen Insel Santiago fanden die Mannschaften in den Ausläufern eines Tals eine ideale Anlegestelle, Wasser – und keine Menschenseele, die einer künftigen Besiedlung widersprach. Das reichte, um mitten im Atlantik die erste europäische Hauptstadt südlich der Sahara entstehen zu lassen. Geopolitisch war das eine geniale Entscheidung, denn das ausgehende 15. Jahrhundert veränderte das Gesicht der Welt. Kap Verde lag im Schnittpunkt der Verbindungslinien zwischen Europa, Afrika und Amerika. Heute erinnert nur noch eine Säule vor dem beschaulichen Hafen an die Sklaven, die, von der westafrikanischen Küste kommend, hier weiter verschifft wurden. Es entstand Crioulo, die Vermischung der Schwarzafrikaner mit den weissen Portugiesen – die erste Kreolgesellschaft
